Für die Zukunft. Wahlveranstaltung der Linken in Bremen

Frau Inga meint.

Als Frau Merkel in Bremen war, hatte ich keine Zeit. Die Wahlkampfveranstaltung der SPD habe ich nur zufällig besucht. Die Grünen machen um Bremen einen großen Bogen. Aber die Wahlveranstaltung der Linken war gestern mit ihrem Wahltruck in Bremen. Das wollte ich hören und erleben. Also habe ich mich gegen 16:00 Uhr im Schatten des Doms eingefunden – mit mir nur wenige andere, so ungefähr 250, wenn man der Berichterstattung im heutigen Weser Kurier glauben darf.

Doris Achelwilm am Rednerpult anlässlich der Wahlveranstaltung der LinkenEin Thema zum Heulen

Die Vorredner Sebastian Rave und Doris Achelwilm wiesen daraufhin, dass 5 % aller Bremer von Armut bedroht wären. Und zwar trotz mehrerer Jobs. Ein Thema zum Weinen. Das meinte auch das Wetter: Es regnete mal wieder. Auch sie verkündeten das, was auch alle anderen Politiker in diesem Wahlkampf sagten: Bildung, Gesundheit, Wohnungsbau, digitale Infrastruktur, Europa. Nichts Neues, das wollen alle Parteien, nur interpretiert dies jeder etwas anders, scheint mir.

Dietmar Bartsch anstatt Sahra Wagenknecht

Dann kam Dietmar Bartsch. Der genau das auch feststellte. Im Unterschied zu den anderen Parteien aber würden Die Linken klare Ansagen machen, hätten konkrete Umsetzungspläne. Er betonte, dass die Kinderarmut bei 20 % läge. Hier müsste gehandelt werden. Jawoll, denke ich. Mit einer Millionärssteuer von 5 % würden immerhin 80 Milliarden zusätzlich in den Staatshaushalt kommen. Mit diesem Sümmchen könnte man ja schon etwas anstellen und für die Besteuerten wäre es zu verschmerzen. Finde ich auch. Hätte ich aber mehr als eine Million, würde ich anders darüber denken. Es kommt eben immer auf die Perspektive an.

Ist Europa heute besser als vor 12 Jahren?

Dietmar Bartscht spricht mit einem WählernOhne Umverteilung würde es keine Gerechtigkeit geben, ist zu hören. In diesem Kontext klingt das Wort Gerechtigkeit für mich nicht wie eine abgedroschene Phrase. Und auch wenn es im Slogan („Sozial. Gerecht. Frieden. Für alle.“) der Linken Verwendung findet, wurde dieses Wort in der Rede von Herrn Bartsch nur einmal ausgesprochen. Des Weiteren wurde ein Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde, eine Mindestrente von 1.050 Euro, eine Steuerreform mit einem erhöhten Freibetrag von 7.100 Euro und ein erhöhtes Kindergeld versprochen. Hört sich sozial an, denke ich.

Herr Bartsch schloss seine Rede mit zwei Bitten:

  1. Geht zur Wahl. (Recht hat er, finde ich.)
  2. Unterstützt nicht diejenigen, die einfache Lösungen versprechen. (Ein Aufruf, kritisch zu hinterfragen, ist immer passend, meine ich.)

Dann folgte noch die Empfehlung, Die Linke zu wählen, damit sie zukünftig mehr als 64 Sitze haben. (Hier hatte ich nichts anderes erwartet).

Die Bismarck-Reitedenkmal vor dem Bremer DomDie Volksvertreter gaben sich volksnah, die kritischen Töne hätten viel mehr Wähler hören sollen. Aber zu viel Anderes lenkte ab und eine direkte Ankündigung für diesen Termin ist mir nirgends aufgefallen. Ich habe nur von der Website davon erfahren. Auch die Platzwahl, der Bismarck den Rücken kehrt, haben nicht eben dazu beigetragen, Zaungäste anzulocken. Oder sollte vielleicht die direkte Nachbarschaft mit dem Spukstein die Botschaft implizieren, dass man sich besser nicht mit Robin Hoods Nachkommen gemeinmacht?

Und jetzt warte ich gespannt auf das Fernsehduell heute Abend.

Eure
Frau Inga

 

Ein Gedanke zu „Für die Zukunft. Wahlveranstaltung der Linken in Bremen

  1. Wie ich gestern erfahren habe, waren die Grünen, vertreten durch Cem Özdemir, am 22. August in Bremen. Das ist leider an mir vorbeigegangen.
    Gerade habe ich auf der Website der Grünen gesehen, dass Katrin Göring-Eckardt am 23.9. auf dem Bremer Marktplatz sein wird. An diesem Tag bin ich mit meinen Häkelmonstern in der Markthalle 8. Leider, leider kann ich mich nicht teilen …
    Frau Inga

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