Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand – Kulinarischer Krimi, Bd. 5

Buchcover von "Gefährliche Empfehlungen " im Vordergrund, schwarz-weiß-Ansicht eines Restaurants im Hintergrund

Buchbesprechung – unbezahlte Werbung

Seit Jahrzehnten schon erscheint jedes Jahr ein neuer Guide Gabin, in dem Sterne-Restaurants präsentiert werden. Alles in allem, bieten die detaillierten Beschreibungen eine sichere Orientierung für hungrige Gäste. Doch weder der Luxemburger Koch Xavier Kieffer noch seine Freundin Valérie Gabin ahnen, dass eine Ausgabe des renommierten Gastronomieführers „Gefährliche Empfehlungen“ enthält. Und genau das ist der Grund, weshalb eine geliehene Ausgabe aus dem Jahr 1939 bei der Eröffnung eines Gabin-Stores gestohlen wird.

Und damit war die Eröffnung der Gabin-Repräsentanz bereits beendet, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Dabei sollte es ein fulminantes Fest mit viel Prominenz werden. Zu den Gästen zählte auch François Allégret, dem Xavier Kieffer geholfen hatte, den Mord an einem berühmten Sushikoch aufzuklären. Jetzt war der ehemalige Pariser Bürgermeister Präsident der Republik und damit auch Ziel von Anschlägen. Der plötzliche Auftritt eines radikalen Veganers wurde als Attentatsversuch gewertet und die Veranstaltung damit beendet.

Am darauf folgenden Tag muss Xavier Kieffer dem Leiter der Nationalbibliothek das Verschwinden des geliehenen Gabins erklären. Als dieser dessen Wohnung betritt, liegt der Bibliotheksleiter blutüberströmt in seinem Wohnzimmer. Ein Unfall war das sicher nicht, denn wenige Minuten später wird auch der Koch niedergeschlagen.

Eine Bitte, die der Koch nicht ablehnen kann

Wie schon in „Rotes Gold“ bittet François Allégret den Koch um Hilfe. Er erzählt, dass ein ehemaliger Agent wenige Wochen zuvor tot in einem Hotelzimmer aufgefunden wurde. Unter seinen Sachen fand man einen Guide Gabin aus dem Jahr 1939. Die Indizien sprechen deshalb dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen den Morden gibt. Des Weiteren deutet Allégret an, dass er seinen eigenen Leuten nicht trauen kann. Die Bitte um Hilfe kann Xavier Kieffer somit nicht ausschlagen. Wieder einmal wird er Detektiv wider Willen.

Er beginnt also, der Frage nachzugehen, was an dieser Ausgabe des Gastroführers so besonders ist, dass dafür Menschen umgebracht werden. Deshalb muss er sich zunächst eine Originalausgabe besorgen. Doch schon bei dem Versuch, eine zu bekommen, scheitert er. Nicht einmal in der größten Bibliothek der Welt, der British Library, ist ein Exemplar des kobaltblauen Führers verfügbar.

Kieffer vermutet, dass jedes Restaurant, das einen weiteren Stern dazubekommen hat, ein solches Buch aufheben würde. Immerhin ist ein Gabin-Stern die größte Auszeichnung in der Gastroszene. Nun hat zwar der Gabin-Verlag kein solches Exemplar, dafür aber eine Datenbank, in der jeder verliehene Stern dokumentiert wird. Seine Recherchen führen ihn deshalb nach Lyon. Dort bekommt er von einem eigenwilligen Sternekoch einen alten Guide Gabin. Gleichzeitig wird dieser Aufenthalt für ihn zu einer brenzligen Situation. Zwielichte Russen treiben ihn in die Enge. Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass er nicht nur sich, sondern auch den geliehenen Gastroführer retten konnte.

„Gefährliche Empfehlungen“ aus der Vergangenheit

Und dann nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Sein finnischer Freund Pekka Vatanen schließt den begehrten Gabin in seinem Bürosafe ein und wird prompt außer Gefecht gesetzt. Kieffers Restaurant, das „Deux Eglises“, wird wegen einer Bombendrohung geräumt. Es scheint so, als ob diejenigen, die alle Gabin-Ausgaben dieses Jahrgangs an sich bringen wollen, genau wissen, wo er sich aufhält und was er vorhat.

Bei einem Besuch in der Gabin-Zentrale in Paris, kommt der kochende Detektiv dem Geheimnis ein Stück näher. Ich hingegen ahne schon lange, dass es etwas mit den Allierten zu tun hat. Und tatsächlich ist es so. Die Amerikaner benutzen eine eigens für sie gedruckte Ausgabe zum Dechiffrieren von Nachrichten. Doch das ist nicht das ganze Geheimnis, dass der amerikanische Gabin in sich bewahrt. Sicher aber ist, dass dieses Geheimnis für einige Menschen heute noch nützlich ist.

Zum Showdown kommt es schließlich in der Restaurantküche des „Deux Eglises“. Xavier Kieffer inspiziert in den späten Abendstunden sein gerade wieder frei gegebenes Restaurant. Noch während er sich orientiert, hört er wie sich draußen Unbekannte zu schaffen machen. Schnell schleicht sich der mutige Koch in seine Küche. Dort bereitet er ganz im Stil des alleingelassenen Kevins, für seine Verfolger eine Überraschung vor. Gerüstet wie Sancho Panza verteidigt er seine Küche, sein Leben und den Guide Gabin.

Der Koch überlebt den Überfall, die Küche ebenfalls, nur der Gabin nicht. Und das ist dann das Ende der Geschichte? Vorerst ja. Den ich will nicht alles verraten. Nur soviel, dass das Geheimnis drei Monate später in Lothringen gelüftet wird. Ein alter Bekannter verliert dabei das Gesicht und der Luxemburger Koch wird zum „chevalier du bon goût“ ernannt.

Mein Fazit über „Gefährliche Empfehlungen“

Im vorliegenden Krimi von Tom Hillenbrand ermittelt und löst der Luxemburger Koch Xavier Kieffer in bekannt charmanter Art einem Fall. Deswegen habe ich dieses Buch wirklich gerne gelesen. Dennoch unterscheidet es sich von den vorhergehenden vier Fällen. Zum einen beschäftigt sich die Handlung nur mittelbar mit Lebensmittel, bzw. Gastronomie. Denn in „Teufelsfrucht“ ging es um Geschmacksverstärker, in „Rotes Gold“ um Thunfisch, in „Letzte Ernte“ um Weizenhandel und in „Tödliche Oliven“ um Olivenöl.

Zum anderen ist die Geschichte anders strukturiert. Alle vorhergehenden Bücher begannen mit einer Geschichte, die in das Thema einführten. Auch dieses Buch begann mit einer historischen Gegebenheit, die auf das Thema hinweist. Allerdings wird der historische Erzählstrang immer wieder aufgenommen und fortgesetzt. Das hat mich anfangs etwas irritiert und im weiteren Verlauf sogar gestört. Denn immer wenn die aktuelle Handlung spannend wurde, wurde diese durch historische Rückblicke unterbrochen – schade, ich hätte so gerne mitgefiebert.

Trotzdem bin ich nun mehr als gespannt auf den sehsten Fall von Xavier Kieffer, in dem es wohl um „Bittere Schokolade“ geht.

Spannende Lesestunden wünscht
Eure
Frau Inga

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P.s.: Ich versichere, dass ich diese Buchbesprechung aus eigener Motivation geschrieben habe. Ich habe das Buch bei Tauschticket [Affiliate] getauscht.

Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand, Buchcover

Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlungen

Ein kulinarischer Krimi – Xavier Kieffer ermittelt – Band 5

Verlagsangaben

KiWi, 416 Seiten, ISBN: 978-3-462-04922-0
erschienen am 12. Januar 2017

Bildnachweis

Restaurant im Hintergrund des Titelbildes: © stokpic by pixabay
Buchcover: © Kiepenheuer & Witsch

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