Käsekuchen mit Datteln und Zwetschgenkompott

Käsekuchen mit Datteln
Ich liebe diese Tage, an denen ich beim Einkaufen eine Inspiration bekomme, die auch sogleich umgesetzt werden kann. So war es gestern Morgen. Ich schlich etwas ideenlos durch meinen Biomarkt und überlegte, was ich wohl kochen sollte. Im Obstregal sah ich frische Zwetschgen und sofort war klar, dass ich einen Käsekuchen mit Datteln und Zwetschgenkompott backen würde. Der Nachmittagstee war also gerettet!

Weil ich es gar nicht abwarten konnte, mit dem Backen zu beginnen, packte ich zu Hause in Windeseile meine Einkäufe aus. Und dann nichts wie ran an Mixer, Backschüssel und Herd. Als Basis diente natürlich wieder mein traditionelles Käsekuchenrezept, dass ich bereits bei meinem Käsekuchen mit Chia und Mangomus beschrieben hatte. Allerdings habe ich es für das folgende Rezept abgewandelt.

Das Backrezept für Käsekuchen mit Datteln

Zutaten für den Boden

  • 140 g Dinkelmehl
  • 60 g Einkornvollkornmehl
  • 1 EL Muscovadozucker
  • 100 g Butter
  • etwas Wasser

Zutaten für die Füllung

Das Füllung ist natursüß, weil die Datteln genug Süße mitbringen.

  • 500 g Magerquark
  • 80 g entsteinte Datteln
  • 50 g gehobelte Mandeln
  • 30 g Gries
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL Sternanispulver
  • 1/2 Vanilleschote (botanisch betrachtet ist das ja eigentlich eine Kapsel …)

Zubereitungszeit: 15 Minuten
Backzeit: ca. 45 Minuten

Boden

  1. Aus den Zutaten zügig einen Teig kneten.
  2. Kuchenform einfetten.
  3. Teig etwas größer als die Form ausrollen und in die Form legen. Die Teigränder hochziehen.

Füllung

  1. Die Eier trennen. Das Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen.
  2. Quark mit Eigelb, Gries und dem Mark der Vanilleschote zu einer Masse verrühren und den Eisschnee mit einer Gabel darunterziehen.
  3. Die Hälfte der Quarkmasse in die Form geben und glatt streichen.
  4. Die Datteln halbieren und auf der Quarkmasse verteilen. Mit den gehobelten Mandeln bestreuen.
  5. Die restliche Quarkmasse darüber verteilen und mit den verbliebenen Mandelblättern bestreuen.
  6. Bei 190 °C ca. 45 Minuten backen.
  7. Den Käsekuchen aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Die Zwischenzeit nutzen

Während der Käsekuchen mit Datteln im Ofen ist, nutze ich die Zeit, um meine kleine Küche aufzuräumen. Denn sonst habe ich keine freie Fläche mehr, auf der ich die Zwetschgen verarbeiten kann. Die nämlich hatte ich schon gewaschen und in ein Sieb zum Abtropfen getan.

Bewaffnet mit einem scharfen Küchenmesser rückte ich ihnen jetzt zu Leibe: halbieren, vierteln und in kleine Stücke schneiden. Bei dieser Tätigkeit hatte ich immer wieder gespaltene Kerne, in deren Inneren ein kleiner mandelförmiger Kern lag. Nach dem vierten oder fünften gespaltenen Kern konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, diesen mandelförmigen Kern zu probieren. Gesagt, getan.

Ich steckte also einen Kern in den Mund und kaute. Das schmeckte total lecker. Das war das Reizvollste, das ich jemals kosten durfte. Ein geradezu paradiesischer Geschmack. Süß und nach Vanille. Dann wurde es langsam bitter. Diesen Geschmack fand ich noch ganz interessant, zumal die Vanillenote immer wieder hervorkam. Als es aber immer bitterer wurde, blitzte in meinem Kopf die Frage auf, was eigentlich Bittermandeln sind. Ohne eine Antwort zu ergründen, konnte ich gar nicht schnell genug ins Bad kommen. Dort spukte ich das, was ich voller Genuss zuvor gekaut hatte, aus. Bäh, den bitteren Geschmack hatte noch eine ganze Weile im Mund. Nach 20 Minuten Ölziehen war auch dieser vergessen.

Also: Was sind Bittermandeln?

Wikipedia weiß alles. Bittermandeln sind Mandeln, die vereinzelt zwischen Süßmandeln wachsen. Der Anteil beträgt ungefähr 2%. Kauft man abgepackte Mandeln, kann auch mal eine Bittermandel dazwischen sein. Die enthält Amygdalin, das sich während der Verdauung in Blausäure verwandelt. Allerdings stirbt man nicht, wenn eine davon gegessen wird. Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel sind möglich.

Doch auch der innere Kern von Steinobst, wie Pfirsich, Pflaumen, Zwetschgen und Kirschen enthält Amygdalin. Deshalb heißt es auch hier: Finger weg, von dem inneren Kern! Die Kerne von Steinobst spalten sich übrigens nur, wenn die Bäume nicht genug Wasser bekommen haben. Wenn wundert’s, die vergangenen Monate waren viel zu trocken.

Käsekuchen mit Zwetschgenkompott

Aber nun zum Zwetschgenkompott

Ergibt 3 Gläser à 300 ml

Zutaten

  • 1 kg Zwetschgen
  • 100 g Xylit oder Zucker je nach Gesschmack
  • 1/2 Vanilleschote ohne Mark

Zubereitungszeit: 1 Stunde

Zubereitung

  1. Die Zwetschgen entkernen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Die Fruchtstücke mit der Vanilleschote und etwas Wasser in einen Topf geben und bei kleiner Hitze langsam köcheln lassen.
  3. Wenn die Fruchtstücke zerfallen, Xylit oder Zucker dazugeben und unterrühren. Die genaue Menge ist abhängig davon, wie süß ihr das Kompott haben möchtet.
  4. Noch einmal kurz aufkochen lassen, die Ausgekochte Vanilleschote herausnehmen und heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. (Eine genaue Anleitung für das Vorbereiten der Gläser findet ihr in meinem Chutney Grundrezept.)

Käsekuchen mit Datteln und dem noch warmen Zwetschgenkompott anrichten und geniiiießen. Schmeckt nachmittags, als Dessert oder zum Frühstück – Kuchen geht ja immer.

Einen guten Appetit wünscht
Eure
Frau Inga

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