Kräuterquark selber machen – lecker zu Pellkartoffeln

Kräuterquark mit einer Kapuzinerkresseblüte in einer Porzellanschlüssel

Wenn dauerhaft extreme Temperaturen die Regie führen, bleibt so manches liegen. Der Abwasch wird nicht gleich gemacht, der Staubsauger hat hitzefrei und die Küche bleibt kalt. Nur den Bauch interessiert das alles nicht. Der will gefüllt werden. Schnelle, einfache Gerichte sind da mehr als willkommen. Pellkartoffeln mit Kräuterquark ist eines davon.

Zimtbasilum mit BlüteIm Sommer bereite ich Kräuterquark oft zu. Denn auf meinen Balkon wachsen und blühen die Kräuter üppig. Da kann ich täglich ernten und frisch genießen, was ich im Frühjahr angepflanzt habe. Manche Kräuter, wie der Salbei und Zitronenmelisse sind winterhart. Sie wachsen in einem Kübel. Andere wie Basilikum, Kapuzinerkresse und Petersilie pflanze, bzw. sähe ich in jedem Frühjahr neu. Und so schmeckt mein selbstgemachter Kräuterquark immer ein wenig anders.

Kapuzinerkresse mit geschlossener BlüteIn diesem Jahr stehen mir Zimtbasilikum, Pfefferoregano, Salbei und Kapuzinerkresse zur Verfügung. Die Kapuzinerkresse liebe ich besonders. Die in den Blättern enthaltenen Senfglykoside stärken uns für Herbst und Winter. Und die Blüten sehen nicht nur hübsch aus, sie schmecken ganz besonder würzig. Davon profitiert sowohl die Optik als auch das Aroma des Kräuterquarks.

Salbei mit BlüteZu einem selbst gemachten Kräuterquark gehören auch frische Kartoffeln. Finde ich. Die jungen Kartoffeln schmecken erdig und ein wenig süß. Vor allem aber machen sie satt. Das wusste auch der Alte Fritz. Während einer Hungersnot erteilte er mehrere Kartoffelbefehle. Die Bauern waren demnach verpflichtet, Kartoffeln anzubauen, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Das ist gut 250 Jahre her und beschreibt den Siegeszug der Kartoffel in Deutschland. Denn zuvor waren Kartoffeln eher Zierpflanzen, die wegen ihres üppigen Wachstums und den zierlichen weißen Blüten geschätzt wurden.

„Deutsche essen jeden Tag Kartoffeln“

Lange Zeit galten die Deutschen als Kartoffelesser. Und damit meine ich Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln. Zu jeder Hauptmahlzeit. Sommer wie Winter. Aber das war einmal. In den 1950er Jahren aßen die Deutschen noch 186 kg pro Kopf und Jahr, heute sind es nurmehr 58 kg. Dennoch, das Klischee, dass die Deutschen täglich Kartoffeln essen, ist weit verbreitet und hält sich hartnäckig. Vor Jahren hat mich ein chinesischer Freund zum Essen eingeladen. Es gab verschiedene chinesische Gerichte aus dem Wok. Was auch sonst? In einem Gericht waren mehrere Gemüsesorten, von denen ich eine nicht identifizieren konnte. Auf meine Frage, was das denn sein, antwortete Guangda, dass ich das jeden Tag essen würde. Mein fragender Blick muss wohl alles gesagt haben. Denn nun fragte er, ob ich nicht jeden Tag Kartoffeln essen würde …

Auch wenn jeder Deutsche durchschnittlich 1 kg Kartoffeln pro Woche isst, komme ich nicht annähernd auf die Hälfte. Dabei ist die Kartoffel nährstoffreich und gesund. Sie enthält besonder viel Kalium, aber auch Phosphor, Magnesium, Kalzium, Natrium, Eisen, Zink, Mangan, Kupfer und Selen. Des Weiteren die Vitamine A, C, B1, B2, B3, B5, B6, E sowie Folsäure.

Die in den Kartoffeln enthaltenen Nährstoffe gehen zum Teil ins Kochwasser über. Deshalb eignet sich Kartoffelwasser hervorragend zum Blumengießen, Dünger inklusive.

Apropos Gesundheit

Kartoffeln, die keinem oder grüne Stellen haben, gehören in den Biomüll, können aber noch als Pflanzkartoffeln verwendet werden. Denn Kartoffelkeime und grüne Stellen sind ein Indiz für Solanin, das Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann.

Kartoffeln enthalten zwar nur wenig pflanzliches Eiweiß, das aber über eine hohe biologische Wertigkeit verfügt. In Kombination mit tierischem Eiweiß potenziert sich diese Wertigkeit. Und damit ist die Kombination von Pellkartoffeln mit Kräuterquark ein idealer Eiweißlieferant, der nicht nur lecker ist, sondern auch die Gewichtsreduktion unterstützt.

Außerdem mache ich meinen Kräuterquark mit Leinöl. Damit bekomme ich eine Extraportion Omega-3-Fettsäuren. Denn Leinöl enthält gut zwei Drittel davon! Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus, fördern die Durchblutung (okay, das muss im Sommer nicht unbedingt sein) und sollen sich auch stabilisierend auf die Psyche auswirken. Na dann, her damit!

Bei so vielen Informationen habt ihr sicher Hunger bekommen. Deshalb folgt jetzt endlich das Rezept

frische Kräuter auf einem Holzbrett mit Wiegemesser

Frau Ingas Kräuterquark-Rezept

Zutaten für Frau Ingas Kräuterquark

  • 250 g Magerquark
  • 20 -30 ml Leinöl
  • 1 Handvoll frische Kräuter: z. B. Kapuzinerkresse inkl. Blüten, Salbei, Basilikum, Oregano
  • Kräutersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Chili
  • Fenchelpulver

Und so wird der Kräuterquark gemacht

  1. fein gehackte Kräuter auf einem Holzbrett mit WiegemesserQuark mit Kräutersalz, Pfeffer, Chili und Fenchelpulver verrühren. Nach und nach Leinöl dazugeben, bis der Quark cremig ist. (Evtl. brauchst du mehr Leinöl, als im Rezept angegeben.) Abschmecken und evtl. nachwürzen. Sparsam mit Salz umgehen! Die Kräuter geben zusätzliche Würze.
  2. Die Kräuter mit Wasser abspülen und trocken tupfen.
  3. Kräuter fein hacken, in den Quark rühren und abschmecken. Evtl. nachwürzen

Ideal ist es, wenn der Kräuterquark vor dem Essen eine Stunde durchziehen kann. Dann verteilt sich das Aroma der frischen Kräuter besonders gut im Quark.

Ich wünsche euch einen tollen Sommer und guten Appetit!
Eure
Frau Inga

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Quellen

Pellkartoffeln mit Kräuterquark auf einem weißen Teller

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