Letzte Ernte von Tom Hillenbrand

Letzte Ernte von Tom Hillenbrand BuchcoverBuchbesprechung

Ganz Luxemburg feiert drei Wochen lang auf der Schueberfouer. Auch der Koch Xavier Kieffer ist mit von der Partie. In seinem Zelt, dem „Roude Léiw“ wird er in den folgenden drei Wochen Gromperekichelcher* backen und verkaufen. Doch gleich am ersten Tag kommt es zu einem Zwischenfall. Ein Betrunkener rempelt alle Gäste an, verletzt Valérie, die Freundin des Kochs, beschädigt die Zeltplane und macht sich in Begleitung von zwei windigen Kerlen auf und davon. Dass hierin die Ursache für die „Letzte Ernte“ liegt, ahnt keiner der Gäste – und Xavier Kieffer schon gar nicht …

Am darauf folgenden Tag erhält Xavier Kieffer einen Anruf von einer Kollegin des betrunkenen Gastes. Zunächst einmal entschuldigt sich diese für dessen rüpelhaftes Benehmen und bietet eine Entschädigung an. Doch da hatte sie die Rechnung ohne den Koch gemacht. Denn dieser bestand darauf, dass sich der nun wieder nüchterne Gast persönlich bei ihm entschuldigen solle. Das wäre schon möglich, allerdings hätte dieser seine Keycard bei ihm verloren und die bräuchte er nun einmal sofort.

Ein lebensgefährlicher Streich

Tatsächlich hatte Valérie die Keycard, die an einem Schlüsselbund befestigt war, gefunden. Verärgert über den vorherigen Abend, tauscht sie die Keycards aus. Denn so einfach sollte dieser Trunkenbold nicht davon kommen. Hätte sie geahnt, dass das zu Xavier Kieffers dritten Fall werden würde, hätte sie wohl … Hinterher ist man ja immer schlauer.

Schon der Kurier, der die Keycard abholte, erweckte das Misstrauen des Kochs. Am nächsten Tag berichtete die Zeitung dann auch noch von einem Mann, der von der Roude Bréck gesprungen sein soll. Nicht weiter bedenklich, wäre der Tote nicht Aron Kats, der betrunkene Gast des Vorabends. Hier stimmte etwas nicht. Der Sache musste auf den Grund gegangen werden. Und damit beginnt eine tiefgründige Geschichte.

Der Gang zur Polizei war unerlässlich und die nahm sich der Sache dann auch gleich an. Und damit wird es auch für Valérie Gabin brenzlig. Denn sie wurde schon gehörig unter Druck gesetzt, damit sie die gefundene Keycard nicht der Polizei übergibt. Auch vor einem Attentat auf Xavier und Valérie schreckten die skrupellosen Mörder nicht zurück, um der Karte habhaft zu werden.

Rendezvous mit Hades

Zum Glück hatten die Techniker des Guide Gabin die Keycard schon ausgelesen. Alles, was sich darauf befand, war eine Telefonnummer, unter der eine Bandansage abgehört werden konnte. Und jene Bandansage enthielt nichts anderes als eine Schweizer Adresse und den Hinweis auf vier Schlüssel, die von Hephaistos und Hades kommen. Aufgrund dieser mysteriösen Botschaft und der engagierten Mithilfe von Pekka Vatanen, dem Freund des Kochs, taucht Xavier Kieffer in die Welt des Rohstoffhandels ein.

Und so fährt er zu der angegebenen Adresse in der Schweiz. Dort bekommt er einen Tablet-Computer, dessen Inhalt für ihn böhmische Dörfer sind. Sodann trifft er sich mit einem befreundeten Programmierer und einem Fondsmanager. Beide versorgen ihn mit Informationen, mit denen er die Zusammenhänge zu verstehen beginnt.

Plötzlich steht Aron Kats quicklebendig vor ihm. Und damit bekommen alle Informationen über Hochfrequenzhandel, Rohstoffpreise und Kursschwankungen einen Sinn. Nun endlich versteht der Koch, warum die skrupellosen Häscher, die Valérie die Chipkarte gestohlen haben, keine Ruhe geben werden, bis alle Mitwisser ausgeschaltet sind. Für Xavier Kieffer geht es dennoch glimpflich aus, für Computergenie Kats sollte es die „Letzte Ernte“ werden.

Mein Fazit über die „Letzte Ernte“

Tom Hillenbrand ist es in dem vorliegenden Krimi gelungen, die Grundlagen eines hochkomplexen Themas so aufzubereiten, dass es ohne großes Vorwissen zu verstehen ist. Allerdings, und das muss ich vorwegschicken, war dieses Thema nicht all zu neu für mich. Dennoch hat mich die Leichtigkeit, mit der der Autor die Thematik um den internationalen Rohstoffhandel aufbereitet hat, begeistert.

Beim Schreiben dieser Rezension ist mir dann aber aufgefallen, dass sich der Inhalt nicht so einfach wiedergeben lässt, wie bei den beiden vorhergehenden Kimis „Teufelsfrucht“ und „Rotes Gold„. Denn hier mussten viel mehr Details in einander greifen, damit es zu einer dem Protagonisten angemessenen Geschichte wird.

Nachdem ich den Luxemburger Koch jetzt schon dreimal beim Lösen seiner Fälle begleitet habe, bin ich auf seinen vierten Fall gespannt, in dem es um „Tödliche Oliven“ geht.

Spannende Unterhaltung wünscht
Eure
Frau Inga

P.s.: Ich versichere, dass ich diese Buchbesprechung aus eigener Motivation geschrieben habe. Ich habe das Buch bei Tauschticket [Affiliate] getauscht.

Tom Hillenbrand: Letzte Ernte

Ein kulinarischer Krimi – Xavier Kieffer ermittelt
Roman, KiWi, 2011, 320 Seiten, ISBN: 978-3-462-04533-8

*) Kartoffelpuffer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.