Nachlese zur Bundestagswahl 2017

Frau Inga meint.

Gerade mal eine Woche ist es her, dass die meisten von uns, ihre Wahl getroffen haben. Vielen hat das, was der andere da gewählt hat, nicht gepasst. Dennoch wurde für jeden Siebten eine Partei zur Alternative. Sprach die Presse am vergangenen Sonntag noch von einem Beben, so erscheint mir die Aufregung darüber, längst abgeebbt zu sein. Zumindest bemerke ich nichts mehr davon.

Nur vereinzelte Pressemeldungen zeugen noch davon, dass sich eigentlich etwas ändern wird. Gespräche im Bekanntenkreis sind unaufgeregt und sowieso wird das Thema schnell wieder fallen gelassen. Vorher wird aber noch betont, dass man sich für die deutsche Alternative freuen würde, hätten die etablierten Parteien somit endlich mal einen Denkzettel verpasst bekommen.

Und sonst?

Jamaika einigt sich, wer sich mit wem zuerst einigen sollte, bevor man sich endgültig einigt. Aha. Aber ganz klar ist, dass Frau Merkel den Auftrag hat, eine Regierung zu bilden. (Das wollte immerhin jeder dritte Wähler so.) Und weil sich die SPD in die Schmollecke, Opposition genannt, zurückgezogen hat, plant Frau Merkel jetzt einen Ausflug nach Jamaika. Damit werden immerhin die Hälfte aller Wähler berücksichtigt. Wenngleich alle etwas anderes wollen. Was ist das für ein Schurrimurri! Ohne Zugeständnisse kommen die ja nie auf einen Nenner, sodass sich unter dem Strich keiner gut vertreten fühlt.

Auch wenn mich die Hoffnung auf bessere Verhältnisse noch immer trägt, fürchte ich, dass sich nichts, aber rein gar nichts ändern wird. Die wirtschaftlich am Rande Stehenden werden weiterhin in staatlich bewilligter Armut leben, die anderen schaffen sich größere Scheffel an und die dazwischen pendeln zwischen dem Traum irgendwann zu denen da oben zu gehören und der Angst abzurutschen – was viel schneller geht, als sich manch einer vorstellen kann.

„An allem Unfug, der passiert,
sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die,
die ihn nicht verhindern.“ (Erich Kästner)
In diesem Sinne erinnern die noch hängenden, bekritzelten und verknickten Wahlplakate*, die noch zu sehen sind, daran, dass es in absehbarer Zeit wieder eine Wahl geben wird.

Eure
Frau Inga

*) Bei meiner Fototour habe ich heute überweigend Plakate der Grünen gesehen. Liebe Grüne, die Wahl ist vorbei, mehr Stimmen werden es nicht!

 

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