Tomaten-Chili-Chutney

Eine halbe Chilischote liegt auf einem Glas mit Tomaten-Chili-Chutney. Im Hintergrund ist eine Tomate zu sehen.

Ohne Chutney gibt es bei mir fast keine Mahlzeit. Deshalb entwickle ich immer mal wieder neue Rezepte. Meine neueste Rezeptentwicklung ist ein Tomaten-Chili-Chutney. Und das schmeckt so unvergleichlich lecker, dass ich es schon zum Frühstück essen kann. Das will bei einer Naschkatze wie mir schon etwas heißen.

Bisher habe ich mein prämiertes Tomaten-Wildpflaumen-Chutney überall und mit voller Überzeugung angepriesen. Denn darauf habe ich bei keiner Mahlzeit verzichtet. Vor allem zu Bratkartoffeln und Bratlingen ist das der Hit.

Doch nun hat sich alles geändert. Denn das Chutney mit Tomaten und Chili ist ein Burner. Und zwar nicht deshalb, weil es im Mund jeglichen Geschmack verbrennt, sondern weil es ein wahres Potpourri an Aromen bereithält.

Die Geschmacksnoten im Tomaten-Chili-Chutney

Da ist zuerst die Tomate, die ja sowieso einen undefinierbaren Geschmack hat. Sie schmeckt süß und sauer zugleich, aber auch fruchtig. Deshalb mundet sie in allen Variationen und ist zu jedem Gericht ein perfekter Begleiter: roh, gekocht, gebraten, geschmort, im Salat, als Soße, in der Gemüsepfanne, ja sogar als Marmelade.

Zur Tomate gesellt sich hier die Chilischote. Die erste Wahrnehmung, die ich von einer frischen Chilischote bekomme, ist in der Nase. Der olfaktorische Eindruck signalisiert mir ganz deutlich Schärfe und „pass auf, das brennt“. Dabei mag ich diesen feinwürzigen Geruch.

Auf der Zunge sieht das dann schon anders aus. Ein wenig zu viel davon und die Feuerwehr rückt an. Auf meiner Stirn sammeln sich Schweißperlen und ich atme durch den Mund. Das sind normale Körperreaktionen, die Kühlung verschaffen und den Brand schnell löschen.

Verantwortlich für diese Reaktionen ist Capsaicin, das sowohl in Paprika als auch in Chilischoten enthalten ist. In unterschiedlichen Konzentrationen, versteht sich. Capsaicin selber brennt nicht. Es stimuliert nur die Nervenenden im Mund. Und diese melden „Feuer!“ ans Gehirn. Und schon rückt der Löschzug an. Die gute Nachricht ist, dass man sich daran gewöhnen kann. Deshalb empfehle ich, mit kleinen Prisen zu beginnen und langsam zu steigern.

Doch keine Sorge, mit nur 3 Chilischoten in mittlerer Schärfe ist dieses Chutney vergleichsweise mild. Zumindest für mein Geschmacksempfinden.

Die Kombination aus Tomate und Chili an sich, ist ja noch nichts Besonderes. Was macht das Tomaten-Chili-Chutney denn nun zu so etwas Herausragendem?

Ich verrate es euch: Das Geheimnis ist der Vollrohrzucker. Dieser schmeckt ein wenig nach Karamell. Das ist schon an der Farbe zu erkennen. Er ist deutlich dunkler als Rohrohrzucker. Die Körner haben keine Kristallstruktur. Das Aussehen erinnert mich an Sandkörner.

Und damit verleiht es der Tomaten-Chili-Ehe eine ganz besonderes Aroma. Zuerst schmeckt es fruchtig-süß und erst im Abgang ein wenig scharf. Zu Frisch- und Fetakäse, Artischockenherzen, Auberginen und gegrilltem Gemüse finde ich es unwiderstehlich.

Tomaten-Chili-Chutney in einen Drahtbügelglas. Links und rechts davon Frühlingszwiebeln, Tomaten, Chilischoten

Beginnen wir mit der Herstellung:

Tomaten-Chili-Chutney-Rezept

Zutaten

ergibt 5 Gläser à 200 ml

  • 1 kg Tomaten
  • 200 g Vollrohrzucker
  • 200 ml Weinessig
  • 3 Chilischoten (mittlere Schärfe)
  • 3 Zwiebeln
  • 2 Äpfel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Stück Ingwer (ca. 10 g)
  • 1 Zimtstange
  • Öl zum Anbraten

Für den unvergleichlichen Geschmack ist es unbedingt wichtig, dass Vollrohrzucker genommen wird.

Zubereitung

Schnibbeln, kochen und aufräumen dauern ungefähr 2 – 3 Stunden

Vorbereitung

  • Tomaten häuten und in kleine Stücke schneiden
  • Äpfel vom Kerngehäuse befreien und in Stücke schneiden
  • Chilischoten, Ingwer, Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden

Kochen

  1. Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin anbraten, bis diese glasig sind. Äpfel, Chili und Ingwer dazugeben und ebenfalls leicht anbraten. Mit Essig ablöschen und solange kochen, bis die Äpfel weich sind. Anschließend mit dem Pürierstab alles zerkleinern.
  2. Tomaten, Zucker und Zimtstange dazugeben. Wenn die Masse kocht, auf kleiner Flamme ungefähr eine Stunde weiter köcheln lassen.
    Umrühren nicht vergessen, wenn das Chutney einzudicken beginnt!
  3. In der Zwischenzeit Gläser, Deckel mit kochend heißem Wasser übergießen, um diese keimfrei zu machen. Danach nicht mehr direkt mit den Händen anfassen, sondern eine Zange oder ein Küchentuch benutzen.
  4. Wenn die Flüssigkeit ganz verkocht ist, eine Löffel-Teller-Probe machen. Dafür etwas Chutney auf einen Teller geben und mit dem Löffelstiel eine Rinne in der Mitte der Masse ziehen. Wenn keine Flüssigkeit nachläuft, ist das Tomaten-Wildpflaumen-Chutney fertig.
  5. Heiß in Gläser füllen und vor dem Verschließen die Luftblasen mit einem Holzstäbchen aus dem Chutney herausdrücken.

Ein genüssliches Kochvergnügen wünscht
Eure
Frau Inga

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Hinter den Kulissen

Normalerweise verwende ich Chilipulver beim Kochen. Da weiß ich, wie ich es dosieren muss. Frischen Chilischoten stehe ich eher skeptisch gegenüber. Kürzlich aber habe ich viele Chilischoten vom Foodsharing bekommen. Und damit war auch schon die Idee geboren, daraus ein Chutney zu kochen.

In meiner Küche wurde aus der Idee genau das Rezept, das ich hier veröffentliche. Erstaunlicherweise ist es gleich beim ersten Versuch gelungen. Das ist eher nicht so. Scheinbar war ich so sehr von dem Gedanken an ein Tomaten-Chili-Chutney beseelt, dass ich intuitiv genau die richtigen Zutaten und Mengen kombiniert habe.

Auch bei den Fotos ging mir alles schnell von der Hand. Nach nur 42 Aufnahmen hatte ich genau das auf meiner Speicherkarte, was dieses genussvolle Chutney im richtigen Licht darstellt.

 

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