Veganes Mairübchen-Pesto mit Nüssen

Veganes Mairübchen-Pesto mit Nüssen, Knoblauch und ZwiebelnVor ein paar Jahren habe ich zum ersten Mal Mairübchen gegessen. Seitdem freue ich mich in jedem Frühling darauf. Jetzt endlich gibt es sie wieder – und damit auch mein äußerst beliebtes veganes Pesto. Denn das bereite ich in jedem Frühjahr frisch zu und esse es beinahe zu jeder Mahlzeit. Es passt sehr gut zu Pellkartoffeln, Pasta, Risotto, einer Gemüsepfanne oder einfach nur zu einer Scheibe Brot. Dafür könnte man z. B. das Rezept für schnelle Khorosan-Dinkel-Brötchen nehmen und daraus Baguette backen. Zusammen mit einem trockenen Rotwein ist das ein wahrer Gaumenschmaus.

Doch bevor ich zum Rezept komme, erst noch ein paar Worte zu dieser tollen Knolle. Ich nenne die Mairübe immer Knolle, weil sie so groß und rund ist. Doch eigentlich ist sie nur eine Wurzel mit viel Blattgrün. Deshalb ist es eigentlich auch nicht nachvollziehbar, dass oftmals nur die weiße Wurzel gegessen wird.

Mairübchen nur mit Blattgrün!

Zugegeben, die Wurzel schmeckt sehr aromatisch, leicht süßlich und nach Senf, sodass man das Blattgrün gerne links liegen lässt. Deshalb ist das Grün der Mairübe aber noch lange kein Kaninchenfutter! Trotzdem findet man in manchem Discounter die Mairübchen ohne Blattgrün. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Auftrag, den ich vor zwei Jahren hatte. Damals sollte ich für eine kleine Gruppe das Catering kochen. In meinem Menü war auch das Mairübchen-Pesto eingeplant – und in meiner unmittelbaren Umgebung gab es nirgends Mairübchen mit Grün zu kaufen! Mit Schröder bin ich durch halb Bremen geflitzt, um doch noch welche aufzutreiben. Am Ende wurde ich fündig und meine bekochte Gruppe hat voller Lob das Pesto genossen.

Der Trend, Mairübchen ohne Grün zu verkaufen, scheint vorbei zu sein. Denn heute kann ich Mairüben mit Grün wieder überall kaufen. Und das ist auch gut so. Das Blattgrün ist nämlich noch viel aromatischer im Geschmack, als die Knolle – äh, Pardon, Wurzel wollte ich sagen – und so vielfältig zu verarbeiten. Ein paar Blätter Mairübchengrün lassen einen Blattsalat würziger schmecken. Als Spinat ist das Blattgrün der Mairübchen eine Wucht. Legt man ein Blatt Mairübchengrün zwischen die Brotscheiben des Pausenbrotes, bleibt es länger frisch und schmeckt interessanter. Und natürlich lässt sich daraus auch ein überaus leckeres, veganes Pesto machen. Nach dem Rezept von Frau Inga, versteht sich.

Mairübchen-Grün ist auch für Blattläuse eine Delikatesse

Mairübchen-Grün ist auch für Blattläuse eine Delikatesse …

Mairübchen sind gesund und ideal, um abzunehmen

Das Mairübchen, auch Mairübe oder Navette genannt, enthält viele wertvolle Vitamine, wie Vitamin A und fast alle B-Vitamine und außerdem noch die Vitamine C, E und K. Von den Mineralstoffen enthält die Mairübe Kalzium, Kalium, Natrium, Chlorid, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Von allem enthält das Mairübchen leider nicht genug, um damit den Tagesbedarf zu decken. Beachtenswert aber ist, dass das Mairübchen zu 90 % aus Wasser besteht und einen hohen Anteil an Ballaststoffen hat. Damit eignet sich die Mairübe sehr gut, um vor der Badesaison noch ein paar Pfunde zu verlieren.

Zutaten für das Mairübchen-Pesto nach Frau Inga:

1 Bund Mairübchen
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
3 EL gemahlene Haselnüsse (ca. 30 g)
2 TL Fenchelpulver
1 TL Pfeffer
100 – 150 ml Olivenöl

(Ja, richtig, das Mairübchen-Pesto kommt ohne Salz und sonstige Gewürze aus!)

Mairübchen Pesto mit Khorosan Dinkel Baguette

Und so wird das vegane Pesto gemacht:

  1. Das Grün gut waschen und abtropfen lassen. Von den kugelförmigen Mairübchenwurzeln benötigen wir nur eine einzige. Diese bitte schälen.
  2. Mairübchenwurzel und Zwiebel in kleine Stücke schneiden und mit der Knoblauchzehe in einen Standmixer geben. (Ich habe nur einen Handmixer mit Mixbecheraufsatz. Damit geht es genauso gut.)
  3. Von dem Grün die Stiele abschneiden*. Die Blätter klein schneiden und portionsweise zu den Mairübchenstücken geben.
  4. Jetzt beginnt das Zerkleinern im Standmixer. Dabei immer wieder portionsweise Olivenöl und Mairübchengrün dazugeben, bis alles zerkleinert ist.
  5. Das zerkleinerte Grün in eine Schüssel geben, mit den Nüssen mischen und den Gewürzen abschmecken.
  6. Das fertige Pesto in sterilisierte Gläser füllen.

*) Die Stiele verwende ich für das Pesto nicht.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Nach meiner Erfahrung werden aus einem Bund Mairübchen vier bis fünf Gläser Pesto à 200 ml. Ein Glas verbrauche ich meist sofort, die anderen Gläser friere ich ein. Ich habe versucht, die Gläser einzukochen (im Wasserbad oder Backofen). Das verändert den Geschmack. Davon würde ich abraten.

Um das Mairübchen-Pesto zu konservieren, kann man auch Öl auf das Pesto gießen, sodass es mit einer Ölschicht bedeckt ist. Das habe ich bereits ausprobiert. Leider erfolglos, denn das Pesto hat kaum zwei Wochen gehalten. Dann fing es an zu gären – an die Schweinerei in meinem Küchenschrank erinnere ich mich noch sehr gut … Deshalb friere ich die Gläser ein. Dafür sollten die Gläser zu drei viertel gefüllt werden. Einen Deckel braucht das Glas nicht. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte den Deckel nicht zu fest aufschrauben. Das Mairübchen-Pesto lässt sich bei Bedarf innerhalb von einer Stunde im Wasserbad auftauen.

Gutes Gelingen wünscht
Eure
Frau Inga

Hat dir dieses Rezept gefallen?

Dann spendiere mir eine Tasse Tee. Frau Inga sagt: Herzlichen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.