Nervenstärkende Energiekekse nach Hildegard von Bingen

Nervenstärkende Energiekekse in Vorratsgläsern.

In Zeiten, die mir besonders viel abverlangen, brauche ich etwas, das mich stärkt. Dann stehe ich die Belastung viel besser durch. Ein Rückzugsort ist das Ideal. Geht aber nicht immer. In solchen Situationen bin ich gerne in der Küche und backe Kekse. Eins meiner Rezeptklassiker sind die Energiekekse nach Hildegard von Bingen.

Denn die Heilerin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) sagt darüber:

Diese Plätzchen vertreiben alle Bitternis deines Herzens und geben deiner Gesinnung Ruhe und öffnen dein Herz und deine fünf Sinne und machen deine Stimmung heiter und reinigen deine Sinnesorgane und mindern in dir alle Schadsäfte (noxi, mali, infirmi humores) und liefern deinem Blut eine gute Säftezusammensetzung, machen dich leistungsfähig, stark und froh.1

Gut für die Nerven: Mandeln und Muskat

Das Rezept enthält eine gute Portion Mandeln. Diese enthalten viel Vitamin E, Magnesium, Phosphor, Mangan, Kupfer und pflanzliches Eiweiß. Insbesondere Magnesium und Eiweiß stärken die Nerven.

Die Wirkung der Kekse beruht aber hauptsächlich auf dem psychoaktiv-wirkendem Muskat, der reichlich in den nervenstärkenden Keksen enthalten ist. Die Heilige Hildegard wendet die Muskatnuss an, wenn es darum geht, Konzentration und Scharfsinn zu steigern. Aber auch dann, wenn eine Blutreinigung notwendig ist.

Trotz der positiven Eigenschaften des Muskats ist hier Vorsicht geboten. Denn Muskat wirkt in größeren Mengen toxisch. Bei einem übermäßigen Verzehr kann Muskat zu Vergiftungen und sogar zu Fehlgeburten führen!

Dennoch gilt auch hier der paracelsussche Grundgedanke, dass die Dosis das Gift macht. Muskat hat nur in höheren Dosierungen eine gesundheitsschädigende Wirkung.

Deshalb esse ich nicht mehr als 5 Plätzchen am Tag. Diese Menge möchte ich auch als Empfehlung für meine Leser*innen aussprechen. Schwangere und Kinder sollten davon maximal 3 Stück pro Tag essen.

Zimt und Nelken

Zimt ist ein altes Heilmittel, das sowohl in der chinesischen Medizin als auch im antiken Ägypten angewendet wurde. Auch Hildegard von Bingen wusste um die Heilkraft der Zimtrinde. In vielen überlieferten Rezepten ist Zimt deshalb ein fester Bestandteil. Heute ist bekannt, dass Zimt den Blutzucker reguliert, den Stoffwechsel ausgleicht und die Lust auf Süßes mindert. In meiner Kreativküche hat es ebenfalls einen festen Platz.

In den letzten Jahren ist der aus China stammende Cassia-Zimt wegen des Bestandteils Cumarin in Verruf geraten. Zuviel davon soll zu Leberschäden führen. Sehr große Mengen können Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel verursachen. Nach Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR)2 ist die tägliche Aufnahme von 0,1 mg pro kg Körpergewicht ohne gesundheitliche Beeinträchtigung. Diese Menge entspricht 2 g Zimt. (Zum Vergleich: 1 TL Zimt entspricht 5 g.)

Auch in Ceylon Zimt wurde Cumarin nachgewiesen. Allerdings in viel geringen Mengen bis zu 297 mg/Kilo – in Cassiazimt wurden Mengen bis zu 12.200 mg/Kilo nachgewiesen! Das BfR empfiehlt den Verbrauchern deshalb, auf Ceylon-Zimt auszuweichen.

Nelken wirken anregend und energietisierend. Ich vermute, dass die Plätzchen aufgrund dieser Eigenschaft „Energiekekse“ genannt werden. Dabei wirken die Kekse eher nervenstärkend als anregend. Finde ich jedenfalls.

Nervenkekse sind zu Sternen ausgestochen. Im Hintergrund liegt eine Teigrolle

Mein Rezept für nervenstärkende Energiekekse

Es gibt viele Rezepte für die Nervenkekse. Alle samt werden sie Hildegard von Bingen zugeschrieben. Ob das stimmt, weiß ich nicht und ist auch nicht überprüfbar. Doch die meisten Rezepte hantieren mit Mengen, die für eine Großfamilie ausreichend sind.

Als ich vor Jahren das erste Mal die Nervenkekse gebacken habe, sollte ich 1,5 kg Dinkelmehl und 350 g Butter verwenden! Eine Unmenge an Keksen wurde daraus, von denen ich einen guten Teil verschenken konnte, weil Weihnachten vor der Tür stand.

Nach diesem Rezept habe ich noch oft gebacken – bis ein Teil in der Dose schimmelig geworden ist. Das tat mir in der Seele weh, weil ich nie Lebensmittel wegschmeiße. Außerdem verwende ich immer hochwertige Biozutaten.

Weil sich so etwas nie wiederholen sollte, habe ich das Rezept heruntergerechnet. Erst auf 1 Kilo Mehl, dann auch 600 Gramm und schließlich auf 300 Gramm. Für meine Bedürfnisse ergibt das genau die richtige Menge. Denn immerhin sind die Energiekekse keine Nascherei für zwischendurch. Ich esse sie immer nur dann, wenn mich das Leben so anstrengt, dass ich eine Stärkung benötige.

ergibt 40 Portionen

  • 300 g Dinkelmehl
  • 90 g Butter
  • 70 g Rohrzucker oder Honig
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 10 g Muskatnusspulver
  • 10 g Zimt
  • 2 g Nelkenpulver
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Backzeit: 60 Minuten

  1. Alle Zutaten mit ein paar TL Wasser schnell zu einem Teig kneten.
  2. Teig ausrollen und Plätzchen ausstechen.
  3. Aus den Teigresten kleine Kugeln formen und diese mit der Gabel flach drücken.
  4. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 10 – 15 Minuten backen.

Zum Schluss erneut der Hinweis, dass Muskat in großen Menge zu Vergiftungen führen kann. Deshalb bitte ich alle meine Leser*innen, die beim Backen gerne rohen Teig naschen, unbedingt darauf zu verzichten. Auch wenn es noch so verführerisch und lecker riecht.

Auch von den fertig gebackenen Nervenkeksen sollten nicht mehr als 5 Plätzchen am Tag gegessen werden. Schwangere und Kinder essen am besten nur 2 – 3 Stück davon.

Verzehrhinweis für Energiekekse als pdf-Datei zum AusdruckenNervenkekse als Geschenk

Diese nervenstärkenden Kekse sind auch immer ein schönes Geschenk. Zu Weihnachten, zum Geburtstag oder als kleine Aufmerksamkeit an einen Menschen, der es gerade braucht. Doch ohne den Verzehrhinweis solltest du die Energiekekse nicht verschenken. Deshalb ich habe ich eine pdf-Datei erstellt, die alle wichtigen Angaben enthält. Du kannst sie hier kostenlos herunterladen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Energie!

Frau Inga

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Mehrere Gläse sind mit Energiekeksen gefüllt. Ein Glas liegt geöffnet auf einer Marmorplatte.

Hinter den Kulissen

Auch dieses Rezept habe ich im Rahmen meiner Fasten-Challenge 2020 – 40 Tage ohne aufgeschrieben. Für die Fastenzeit waren die Nervenkekse eine ideale Begleitung. Denn diese waren ein guter Ersatz für Kekse oder Kuchen, die ich sonst am Nachmittag gegessen habe.

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen „war Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte. In der römisch-katholischen Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Daneben wird auch in der anglikanischen, der alt-katholischen und der evangelischen Kirche mit Gedenktagen an sie erinnert.“(vgl. Wikipedia)

Als Gelehrte verfasste sie zwei Bücher: „Physica“  und „Causae et curae“, in denen sie sich mit dem Menschen, dem Entstehen von Krankheiten und mit Naturheilmitteln auseinandersetzt. Dabei verfolgt sie immer einen ganzheitlichen Ansatz. Der Mensch besteht aus Körper und Seele und muss auch in dieser Ganzheit behandelt werden. Deshalb verwundert es mich nicht, dass sich die Heilige Hildegard auch mit seelischen Beschwerden beschäftigt hat. Zu den nervenstärkenden Mitteln gehört auch das Rezept für die „Nervenkekse“, die unter dem Namen „Energiekekse“ besser bekannt sind.

Quellenangabe

1 Strehlow, W., „Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen“, 2003, S. 412ff
2Neue Erkenntnisse zu Cumarin in Zimt, Stellungnahme Nr. 036/2012 des BfR vom 27.9.2012

Nervenstärkende Energiekekse nach Hildegard von Bingen

In Zeiten, die mir besonders viel abverlangen, brauche ich etwas, das mich stärkt. Dann stehe ich die Belastung viel besser durch. Ein Rückzugsort ist das Ideal. Geht aber nicht immer. In solchen Situationen bin ich gerne in der Küche und backe Kekse. Eins meiner Rezeptklassiker sind die Energiekekse nach Hildegard von Bingen.

Typ: Kekse

Küche: deutsch

Keywords: Dinkel, Hildegard von Bingen, Zimt, Muskat, Keksrezept

Rezeptausbeute: 40 Portionen

Kalorien: 2.382

Vorbereitungszeit: 0H5M

Kochzeit: 0H60M

Gesamtzeit: 1H05M

Rezept-Zutaten:

  • 300 g Dinkelfeinmehl
  • 90 g Butter
  • 1 Ei
  • 70 g Rohrzucker oder Honig
  • 1 Prise Salz
  • 10 g Muskatnusspulver
  • 10 g Zimt
  • 2 g Nelkenpulver
  • 50 g gemahlene Mandeln

Name der Rezeptanweisung: Zubereitung

Rezeptanweisungen: 1. Alle Zutaten mit ein paar TL Wasser schnell zu einem Teig kneten. 2. Teig ausrollen und Plätzchen ausstechen. 3. Aus den Teigresten kleine Kugeln formen und diese mit der Gabel flach drücken. 4. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 10 - 15 Minuten backen.

Bewertung des Redakteurs:
8

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