Rote Bete-Aufstrich, pikant und vegan

Auf einem blauen Tuch steht ein Glas Rote Bete-Aufstrich. Im Hintergrund Knoblauch und Rote Bete.

Der Herbst beschenkt uns wieder reichlich mit heimischem Knollengemüse, wie z. B. Pastinaken, Sellerie und Rote Bete. Vor allem die Rote Bete hat es mir angetan. Dieser Rotton ist einfach unvergleichlich. Dem kann ich nicht widerstehen. Deshalb habe ich in meiner Kreativküche daraus einen pikanten, veganen Rote Bete-Aufstrich gemacht, der auch als Beilage perfekt ist.

Die Rote Rübe ist wirklich eine tolle Knolle. Sie schmeckt erdig und süß und ist vielseitig einsetzbar: in der Suppe, als Gemüse, Vorspeise, Quiche, Dip und Brotaufstrich. Im Handel ist schon seit Jahren Rote Bete-Aufstrich erhältlich und manchmal kaufe ich diesen auch, aber geschmacklich fehlt mir immer etwas. Grund genug, selber einen Rote Bete-Aufstrich zu kreieren.

Viel Arbeit macht das nicht, weil ich die Rote Beete im Dampfgarer dünste, bis sie weich ist. Während die rote Rübe langsam gar wird, kann ich etwas anderes machen: abwaschen, staubsaugen, häkeln, Tee trinken … Irgendetwas ist ja immer.

Doch bevor die rote Knolle ins Dampfbad kommt, schäle ich sie. Klar werden die Hände dabei rot. Mir macht es nichts aus, weil ich gerne sehe, was ich getan habe. Nach einigen Handwäschen verblasst die Farbe sowieso. Weshalb darüber aufregen?

Trotzdem verstehe ich natürlich, dass nicht alle gefärbte Hände mögen. Diesen Menschen empfehle ich, beim Schälen Handschuhe zu tragen oder die Hände nach dem Schälen mit Zitrone abzureiben.

Den Bambusgarer lege ich mit einem Leinentuch aus, damit die Gemüsestücke nicht durch das Gitter rutschen. Und, zugegeben, auch damit das Bambusgitter nicht rot wird. Das Tuch kommt danach in die Wäsche. Dort geht die Verfärbung wieder raus.

Ein Stück Brot mit Rote Bete-Aufstrich. Im Hintergrund ein Glas mit Rote Beete-Aufstrich.

Das Besondere an der Rote Bete

Der Rotton ist definitiv das, was die Rote Bete so besonders macht. In meiner Kreativküche verwende ich das Pulver der Roten Bete gerne, um Speisen zu färben. Bei den Fliegenpilz-Muffins und dem Kirschkäsekuchen habe ich es verwendet, weil die Farbe des Kirschsafts nicht kräftig genug war.

Wie so oft, folge ich gerne dem Ratschlag der Heiligen Hildegard:

Die Rübe ist mehr warm als kalt, und sie liegt schwer im Magen des Menschen, aber dennoch kann sie leicht verdaut werden. Und wer sie roh essen will, der schäle die ganze äußere Rinde, die dick ist, weil ihr Grün dem Menschen schadet. Und wenn die Rinde entfernt ist, esse er das, was innen ist. Aber gekocht ist sie besser als roh, und sie bereitet keine üblen Säfte.

Auch wenn im Text nur von der Rübe gesprochen wird, so ist doch die Rote Bete oder Randen gemeint.

Zu allererst enthält die Rote Bete jede Menge Vitamin C. Damit ist sie genau das richtige Gemüse, um dem ersten Anflug einer Erkältung die Stirn zu bieten. Denn Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte.

Darüber hinaus enthält die Rote Rübe beinahe alle B-Vitamine, einzig Vitamin B12 fehlt in der Liste. Darüber hinaus sind alle wichtigen Mineralstoffe mit einem guten Anteil in dieser tollen Knolle vertreten.

Allein die Rote Bete, die in diesem Brotaufstrich enthalten ist, deckt bereits einen Teil des Tagesbedarfs – vorausgesetzt, die ganze Menge wird an einem Tag aufgegessen. Als Beilage gegessen ist das durchaus möglich. Im Einzelnen sieht das folgendermaßen aus:

  • Kalium ca. 17 %
  • Eisen, Magnesium ca. 14 %
  • Kupfer, Phosphor ca. 13 %
  • Chlorid, Kalium, Mangan, Natrium, Zink ca. 8 %
  • Kalzium ca. 6 %

Der Anteil an pflanzlichem Eiweiß beträgt dabei immerhin fast 30 g. Das ist für Veganer sicher nicht uninteressant.

Den süßen Geschmack verdankt die Rote Beete einem hohen Anteil an Saccharose. Hier sind es immerhin 15 g. Zum Vergleich enthält die Pastinake bei gleicher Menge nur ein Drittel.

Für Menschen, die unter Nierensteinen oder Morbus Crohn leiden, ist Vorsicht geboten. Denn die Rote Bete enthält Oxalsäure. Bei diesen Menschen darf die Rot Knolle gerne hin und wieder auf dem Speiseplan stehen, aber nicht täglich.

Ein Stück Brot mit Rote Bete-Aufstrich.

Rote Bete-Aufstrich selber machen

Zutaten

  • 200 g Rote Bete (eine mittelgroße Knolle)
  • 2 TL Ajowansamen
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 1/2 TL Galgant
  • Kräutersalz
  • Sezuanpfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung

Zubereitungszeit: 10 Minuten
Garzeit: 20 Minuten

  1. Rote Bete, Zwiebel und Knoblauch schälen. Rote Bete in Scheiben schneiden, Zwiebel vierteln.
  2. Das geschnittene Gemüse in einen Bambusgarer legen und ca. 20 Minuten im Dampf weich kochen lassen.
  3. Ajowan im Mörser zerstoßen und mit den anderen Gewürzen mischen
  4. Rote Bete, Zwiebeln und Knoblauch mit einem Kartoffelstampfer oder Pürierstab zu Mus verarbeiten.
  5. Mit den Gewürzen mischen und erkalten lassen.

Ist das Mus nicht fest genug, kann es mit Kartoffelstärke gebunden werden. Dafür werden 1-2 TL mit etwas kaltem Wasser angerührt und unter das Mus gerührt. Ein erneutes Aufkochen ist nicht notwendig, wenn das Mus noch heiß ist. Das Mus sollte dann unbedingt bei Zimmertemperatur abkühlen.

Das Rote Beete-Mus schmeckt als Brotaufstrich oder Beilage zu Bratlingen. Als Topping für Hüttenkäse-Puffer, wenn diese als Vorspeise serviert werden, ist das ein toller Farbtupfer!

Ich wünsche euch einen tollen Herbst und guten Appetit!
Eure
Frau Inga

Dir gefällt dieses Rezept?

Dann spendiere mir eine Tasse Tee, indem du hier klickst. PayPal öffnet sich dann in einem neuen Fenster. Frau Inga sagt: Herzlichen Dank! ❤ ❤ ❤


Hinter den Kulissen

Dieses Rezept war eine spontane Inspiration. Dennoch habe ich mehrere Versuche benötigt, um diesen Geschmack so hinzubekommen. Andernfalls würde es dieses Rezept nicht geben. Denn ich veröffentliche nur Rezepte, von denen ich 100%ig überzeugt bin. Ich hoffe, dass es auch euch gefällt.

Für den Text habe ich einiges recherchiert. Obwohl ich Ernährungsberaterin bin, habe ich nicht von jeder Zutat die Inhaltsstoffe parat. Ist klar, oder? Für das Schreiben des Textes und die Recherche habe ich einen halben Tag investiert.

Die Fotos haben ebenfalls einen Tag in Anspruch genommen. Die anschließende Bildbearbeitung und das Auswählen haben noch einmal zwei Stunden gedauert.

Selbst so ein kleines Rezept ist schon enorm aufwendig. Das alles will auch finanziert werden. Da es keinen Sponsor gibt, freue ich mich über eine kleine Unterstützung, in dem ihr z. B. etwas Geld über PayPal spendet – ein Kochbuch würde viel mehr kosten … Herzlichen Dank!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben