Rotkohlsalat mit Cranberrys und Walnüssen

Rotkohlsalat mit Cranberrys und Walnüssen in einer Schale

Inga, komm. Das Essen wird welk.“ Wenn ich so etwas höre, dann weiß ich, dass es nichts gibt, das ich wirklich gerne esse. Nämlich Salat. Denn Rohkost gleich welcher Art war noch nie ein vollständiges Essen für mich. Gerade mal als Dekoration kann ich das akzeptieren. So wie den Beilagensalat, der den Tellerrand in der Gastronomie ziert. Ich schaue diesen zwar mit großer Skepsis an, esse ihn aber trotzdem – Lebensmittel wirft man eben nicht weg.

Im Grunde brauche ich immer etwas Gekochtes. Sommer wie Winter und am liebsten dreimal am Tag. Aber es gibt Ausnahmen. Eine solche ist mein Rotkohlsalat. Ich mache ihn mit Cranberrys und Walnüssen. Und natürlich Senf. Dadurch wird selbst Rohkost so attraktiv, dass ich es freiwillig und manchmal sogar gerne esse.

Gekochten Rotkohl allerdings finde ich … brrrr. Alle Jubeljahre bereite ich das Blaukraut auch gekocht zu. Aber so richtig angefreundet haben wir uns bisher noch nicht. Vor ein paar Jahren habe ich öfters rohe Rotkohlstreifen zu den Bratkartoffeln in die Pfanne gelegt. Als ich dann das Ei darüber zerschlagen habe, wurde es grün. Das hatte zumindest einen optischen Reiz – Horror-Kartoffeln.

Aber egal, nun habe ich eine Art gefunden, diesen blauen, knackigen Kohl zu essen. Das ist gut, denn andernfalls würden mir die wertvollen Anthocyane, die im Blaukraut enthalten sind, entgehen. Was wiederum schade wäre. Denn Anthocyane wirken antioxidativ.

Antho – was?

Anthocyane. Dieses Wort kommt aus dem Altgriechischen und leitet sich von ánthos (Blüte) und kyáneos (dunkelblau) ab. Anthocyane sind quasi dunkelblaue Blüten. Diese gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Vitamine und Mineralstoffe sind jeden geläufig. Und wohl jeder weiß um deren Rolle bei einer gesunden Ernährung. Anders verhält es sich mit den sekundären Pflanzenstoffen. Davon gibt es so ungefähr hunderttausend. Bislang ist die Wirkung von nur einem Teil bekannt. Allerdings weiß man, dass auch diese einen Einfluss auf unsere Gesundheit haben.

Anthocyane sollen demnach auch blutdrucksenkend und krebsvorbeugend sein sowie die Sehkraft unterstützen.
Sizilianische Forscher träufelten Anthocyane auf Kulturen von Hautzellen und bestrahlten sie mit UV-Licht. So konnten sie nachweisen, dass diese Pflanzenstoffe Zellschäden und damit Faltenbildung durch Sonnenlicht verringern.
Rotkohlhälfte mit der Schnittfläche zum Betrachter

Und was ist mit Rotkohl?

Rotkohl enthält von allem etwas. Nennenswert sind hier Vitamin E und K, die B-Vitamine B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 sowie Vitamin C. 100 g Rotkohl decken bereits die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C ab. Genau das, was wir im Winter benötigen, um fit durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Doch auch bei den Mineralstoffen muss sich das blaue Kraut nicht verstecken. Allen voran sind hier Kalium, Magnesium und Phosphor und Eisen zu nennen.

Die im Rotkraut enthaltenen Ballaststoffe sorgen zu dem für eine gute Verdauung.

Alles in allem meine ich, dass man gar nicht anders kann, als den Rotkohl zu mögen.

Interessant finde ich, dass Rotkohl je nach Säurezusatz beim Kochen seine Farbe verändert:

pH-WertFarbe
2sauerrot
4sauerlila
7neutralblauviolett
8basischblau
10basischblaugrün
12basischgrün-gelb

Ab einem pH-Wert von 8 wird er basisch.

Gewürze für Rotkohlsalat auf Teelöffeln

Mein Rezept für Rotkohlsalat mit Cranberrys und Walnüssen

Zutaten

  • 500 g Rotkohl
  • 80 g Cranberrys
  • 40 g Walnüsse
  • 1 EL körnigen Senf
  • 1 TL Fenchelpulver
  • 1/2 TL Sternanis
  • 1 gute Prise Chili
  • Kräutersalz
  • Olivenöl (2 Teile, ca. 40 ml)
  • weißer Balsamico (1 Teil)

Ein Hinweis zum Fenchelpulver

Fenchelpulver ist generell nicht ganz einfach zu bekommen. In den vergangenen Jahren habe ich es bei verschiedenen Anbietern gekauft. Erstaunlich daran war, dass das Pulver mal hell und mal dunkel war. Das dunkle Fenchelpulver finde ich im Geschmack intensiver. Leider färbt es auch jede Speise dunkel. Es könnte also sein, dass es ein dunkles Dressing wird.

Zubereitung

  1. Cranberrys mit heißem Wasser übergießen. Nach 20 – 30 Minuten das Wasser abgießen und im Sieb abtropfen lassen.
  2. Walnüsse grob hacken.
  3. Rotkohl waschen und die äußeren Blätter entfernen, wenn diese vertrocknet sind.
  4. Den gewaschenen Rotkohl vierteln und in feine Streifen schneiden.
  5. Rotkohl, Cranberrys und Walnüsse in eine große Schüssel gen und mischen.
  6. Senf zu der Essig-Öl-Mischung geben und gut verrühren. Zum Schluss die Gewürze unterrühren und abschmecken.
    Abschmecken von Salatsoßen finde ich immer schwierig, weil sich der Geschmack erst im Zusammenspiel mit dem Gemüse richtig entwickelt.
  7. Die fertige Salatsoße über den Rotkohl gießen und gut mischen.

Der Salat kann sofort gegessen werden. Ich lasse ihn aber gerne mehrere Stunden ziehen. Und weil sich der fertige Salat im Kühlschrank mehrere Tage hält, finde ich ihn nach drei Tagen erst so richtig lecker.

Kurz gesagt ist der Rotkohlsalat eine gesunde Bereicherung für die Winterküche, ein Farbtupfer auf jedem Salatbuffet und ein ideales Gericht für alle, die gerne etwas Frisches mit ins Büro nehmen.

Ich wünsche einen vorzüglichen Appetit!

Eure
Frau Inga

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Hinter den Kulissen

Diesen Salat habe ich zwar nicht zum ersten Mal gemacht. Allerdings immer nach Gefühl. Um die Mengen genau angeben zu können, habe ich den Rotkohlsalat zweimal machen müssen. D. h., es gab zwei Wochen lang Rotkohlsalat. Ist gesund. Keine Frage. Ich mag ihn auch, aber jetzt ist erst mal wieder genug davon.

Insgesamt habe ich 49 Fotos gemacht, von denen ich 3 Stück ausgewählt habe. Das Knipsen der Fotos und die anschließende Bildbearbeitung haben ungefähr 3 Stunden in Anspruch genommen.

Die Marmorplatte, auf der ich die Zutaten arrangiert habe, ist normalerweise die Deckplatte meinem alten Nachttisch.

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