Papiertüten basteln aus Kalenderblättern

selbstgebastelte Papiertüten aus alten kalenderblättern

Sonntag Morgen. Das Telefon klingelt. Die liebe Verwandtschaft lädt mich spontan zum Kaffeetrinken am Nachmittag ein. Ein kleines Mitbringsel habe ich zur Hand. Was mir fehlt, sind ein paar hübsche Papiertüten, in der ich ein Glas Pflaumen-Kürbis-Chutney und ein paar Kekse verpacke.

In solchen Fällen ziehe ich meistens erst einmal Pinterest zurate. Dort sehe ich Bild für Bild liebevoll gefaltete Tüten. Allerdings benötigt jede Anleitung Klebstoff. Den aber habe ich gerade nicht im Haus. Nun gut. Jetzt gilt es meinen Ruf zu verteidigen. Denn: Frau Inga ist kreativ.

Auf einem kleinen Zettel ziehe ich hier eine Linie hier und falte dort. Zerknülle das Blatt und fange noch einmal von vorne an. Diverse Linien, mehrere Schnitte und Falzungen später habe ich tatsächlich ein paar Geschenktüten fertig. Die folgende Anleitung erklärt wie diese gebastelt werden.

Material für die Papiertüten

  • alte Klalenderblätter
  • Schleifenband
  • Lineal
  • Bleistift
  • Cuttermesser
  • kleiner Schraubenzieher
  • Bürolocher
  • Schneideunterlage
  • Wäscheklammern
  • evtl. Taschenrechner

Schere, Bleistift, Cutter, Lineal, Locher, Schneidemappe und Kalenderblätter werden für selbstgebastelte Papiertüten gebrauchtbra

Vorbereitung: Das richtige Maß finden

Kalender sind nicht genormt und der Inhalt, der in einer selbst gemachten Papiertüte verpackt werden soll, ist es ebenso wenig. Deshalb muss zuerst etwas gerechnet werden. Aber keine Panik, ich erkäre es Schritt für Schritt und eine Tabelle mit Beispielgrößen gibt es auch.

  • Mein Kalenderblatt hat eine Größe von 45 x 30 cm.
  • Ich beginne damit, die Höhe aufzuteilen.
  • Zuerst wird die Tiefe des Bodens festgelegt. Ich habe mich für 10 cm entschieden.
  • Die Lasche zum Zuklappen beträgt 3 cm.
  • Und jetzt wird gerechnet. Zuerst ermitteln wir die Höhe:
    45 – 3 – 10 = 32 cm
    32 : 2 = 16 cm
    → Das Papiertäschchen wird 16 cm hoch.

Jetzt teile ich die Breite auf.

  • Das Blatt ist 30 cm breit.
  • Jede Seitenhälfte muss halb so breit sein wie die Tiefe des Bodens. Außerdem müssen sich die beiden Hälften 2 cm überlappen. (Bei kleineren Tüten kann das auch weniger sein.)
  • Der Boden ist 10 cm tief.
    10 : 2 = 5 cm
    5 + 2 = 7 cm
    Jede Seitenhälfte muss 7 cm breit sein.
  • Jetzt werden die Seitenhälften addiert.
    7 x 2 = 14 cm
    30 – 14 = 16 cm
    → Das Papiertäschchen wird 16 cm breit.

Tabelle mit Beispielgrößen

Papierformat13 x 30
 15 x 30
 21 x 30
30 x 45
30 x 4530 x 45
25 x 45
Lasche3333333
Bodentiefe55768108
Höhe
1. Linie3333333
2. Linie14141321201911
3. Linie19192027282918
Breite
1. Linie1,51,51,52222
2. Linie4455676
3. Linie9111625242319
4. Linie11,513,519,528282823
fertiges Täschchen5 x 11
7 x 11*
11 x 1020 x 1818 x 1716 x 1613 x 17

*) Diese Größe ist ideal, um 3 selbstgehäkelte Kosmetikpads darin zu verschenken.

Und so werden die Papiertüten gebastelt

Ausschneiden der Papierform

  1. Zuerst werden die Falzlinien eingezeichnet: 3 Linien parallel zur kurzen Papierseite und 4 Linien parallel zur langen Seite.
  2. Alle Linien werden jetzt mit der schmalen Seite eines kleinen Schraubenziehers nachgezogen. So entsteht eine Nut, an der das Blatt gefaltet wird. Das ist besonders bei dickerem Papier sehr hilfreich.
  3. Jetzt werden die beiden seitlichen Laschen an einer Seite abgeschnitten und die Klappe abgeschrägt.
    Ein kalenderblatt mit aufgezeichneten Falzlinien liegt auf einer grüßen Schneidematte
  4. Das Papier wird hochkant auf den Tisch gelegt und an der 2. und 3. Linie eingeklappt. Danach werden die 1. und 4. Linie nach außen geklappt. Vor euch liegt jetzt ein 16 cm breites Blatt. Die Lasche liegt oben.
  5. Die untere Seite des Blattes wird an die Unterkante der Lasche gelegt. Die langen Papierseiten liegen dabei passgenau aufeinander.
  6. Die Lasche wird umgeklappt. Die Papierlagen zusammen mit der umgeklappten Lasche festhalten und in den Locher schieben, mittig ausrichten und Löcher stanzen.
    Das gefaltete Kalenderblatt wird zusammengelegt und gelocht.

Falten der Papiertüte

Das ist ein bisschen tricky. Mithilfe der Fotos und etwas Geduld gelingt es sicher.

  1. Das Blatt auf den Tisch legen und an der 2. und 3. Linie einklappen.
  2. Die Seite mit der Lasche am Bodenfalz aufrichten, sodass diese senkrecht ist.
  3. Der eingeklappte Papierstreifen wird am Bodenfalz um 45° zur Außenkante gedreht. Den Falz glatt streichen und für die andere Seite wiederholen.
  4. Das Papier wieder glatt auf den Tisch legen und die Schritte 2 + 3 wiederholen.Eine Seite der Tüte aufstellen und die Lasche falten. Das wird in 3 Bildern gezeigt.

Aufstellen der Papiertüte

Nun sind alle Linien gefalzt und die Papiertüte zum Aufstellen bereit.

  1. Das Blatt wie in Schritt 1 hinlegen.
  2. Die beiden Hälften an einer Seite zusammenführen und mit einer Wäscheklammer fixieren.
  3. Für die andere Seite wiederholen.
  4. Eine ziemlich fragile Papierform steht jetzt auf dem Tisch. Dabei steht die Seite mit der Lasche hinten. Ich nenne die deshalb Rückseite.
    Diese Form mit einer Hand festhalten und mit der anderen Hand die Wäscheklammern entfernen.
  5. Vorder- und Rückseite zusammenführen. Dabei klappt der mittlere Falz nach innen.
  6. Die gestanzten Löcher auf Vorder- und Rückseite zur Deckung bringen und die Lasche umklappe.
  7. Durch alle Löcher Kordel, Band oder Schnur fädeln, eine Schleife binden und fertig ist die Papiertüte.
    Ein zweigeteiltes Bild: Links zeigt, wie die Papierteile der Vorder- und Rückseite mit einer Wäscheklammer zusammengehalten werden. Auf der rechten Seite ist zu sehen, dass der Falz nach innen klappt, wenn die Papierseiten zusammengeführt werden.

Und wie kommt der Inhalt in das Tütchen?

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Inhalt wird vor dem Aufstellen auf den Boden gelegt.
  2. Das Band soweit lockern, dass ein Geschenk in das Papiertütchen gelegt werden kann.

Meine Tipps zum Schluss

Die Anleitung liest sich komplizierter, als sie tatsächlich ist. Etwas Fingerspitzengefühl und Geduld sind allerdings gefragt, um eine Papiertüte aus einem alten Kalenderblatt zu basteln. Ich habe es schnell fertig bekommen, obwohl Geduld nicht zu meinen Stärken zählt.

Das Falten hat mir schließlich so viel Spaß gemacht, dass ich gleich einige auf Vorrat gefaltet habe. Diese liegen nun plano in einer Schublade und warten auf ihren Einsatz.

  • Die Geschenktüte kann auch sehr gut mit einer Wäscheklammer oder mit Foldbackklammern verschlossen werden. In diesem Fall werden die Arbeitsschritte 4 – 6 im Abschnitt „Ausschneiden der Papierform“ übersprungen.
  • Der Boden der Geschenktüten ist nicht besonders stabil. Soll zum Beispiel ein Glas Marmelade oder Chutney darin verpackt werden, kann der Boden mit einem passenden Stück Pappe oder Karton verstärkt werden.
  • Weil die Tüte oben spitz zusammenläuft, empfehle ich, den Boden breiter zu machen, als er tatsächlich sein muss. Andernfalls kann die Papiertüte oben nicht richtig geschlossen werden.

Ich hoffe sehr, dass es mir mit dieser Anleitung gelingt, euch für Geschenktüten aus alten Kalenderblättern zu begeistern. Vielleicht verpackt ihr eure schönen selbst gemachten Dinge jetzt nur noch in solchen Tüten. Denn das ist nicht nur individuell, sondern auch nachhaltig.

Viel Freude beim Basteln wünscht Euch

Eure
Frau Inga

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Hinter den Kulissen

Wie oben beschrieben, geht es wirklich schnell, diese Tütchen zu falten. Meine erste Idee habe ich nur dreimal korrigieren müssen, bis ich eine perfekte Papiertüte fertig hatte. Tatsächlich hat alles in allem nur eine Stunde gedauert.

Das Schreiben dieser Anleitung hat ein Vielfaches an Zeit beansprucht. Mir war zwar jeder Arbeitsschritt klar. Diese aber so zu formulieren, dass sie nachvollziehbar sind, war eine Herausforderung. Und somit habe ich für die Anleitung einen ganzen Tag gebracht.

Das Anfertigen und Bearbeiten der Fotos haben 5 Stunden beansprucht. Dabei sind 97 Bilder herausgekommen, von denen ich 12 Stück verwendet habe.

Copyright

Die Benutzung dieser Anleitung erlaube ich nur für private Zwecke. Die Anleitung darf nur mit meiner schriftlichen Genehmigung reproduziert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Verstöße gegen das Urheberrecht sind strafbar und werden juristisch verfolgt.

Ungeachtet des Copyright-Hinweises möchte ich nicht ausschließen, dass es eine ähnliche Anleitung bereits gibt. Ich versichere an dieser Stelle, dass ich die Anleitung nirgendwo abgeschrieben habe. Sollte sich dennoch jemand in seinem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte ich um Nachricht, weil es immer einen Versuch wert ist, sich außergerichtlich zu einigen.
© Inga Landwehr, Bremen, 7.6.2019

 

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