Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel

Buchcover von "Schiffbruch mit Tiger" im Vordergrund, im Hinter ein Schwarz-weiß-Foto von einem Tiger

Buchbesprechung – unbezahlte Werbung

Da ist es wieder, dieses leise Flüstern in der Stadt: „Hast du es schon gelesen.“ „Lass es dir nicht entgehen.“ „Ist es nicht phantastisch?“ Die Rede ist von Schiffbruch mit Tiger. Irgendwann konnte ich mich dieses Sogs nicht mehr entziehen.

Meine Begegnung mit Pi Patel war ungeplant und folgenschwer: Ein Lückentext, der versprach, dass es sich um eine wahre Geschichte handeln würde, hat mich neugierig gemacht. Ich wollte mehr wissen. Und so nahm ich mit Pi Kontakt auf. Viele Stunden haben wir gemeinsam in meinem Bett und auf seinem Boot verbracht. Denn dorthin begleitete ich ihn Abend für Abend.

Im friedlichen Pondicherry lockte mir seine beinahe naive Multireligiosität immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Das war wahrhaftig gelebte Ökomene! Im stürmischen Rettungsboot, wo wir die meiste Zeit gemeinsam verbrachten, litt ich mit ihm. Bei jeder Welle, die über ihn schwappte, zitterte ich, bei jedem Sonnenstrahl bekam ich einen trockenen Hals.

Und nicht zu vergessen der bengalische Tiger! Jedes Brüllen aus seiner Kehle drang tief in meine Seele ein. Ich bewunderte Pi für seinen Mut, sich diesem Tiger zu stellen, alle Frucht zu überwinden, um ihn sich gefügig zu machen, hing doch sein Leben davon ab. Zu nah durfte er ihm nicht kommen – hier galt es die beiderseitig markierten Reviere zu respektieren -, aber ohne ihn hätte er nicht überlebt.

Manchmal ist ein Schiffbruch im Leben der beste Heiler.

Schon während des Lesens konnte ich mich des Eindrucks nicht erwähren, dass Yann Martel, den Tiger als Synonym für was auch immer benutzt hat. Mir kam es wie ein Gleichnis vor. Ein Mensch wird, sagen wir durch eine schwere, unheilbare Krankheit, aus seinem Alltag gerissen. Er kann daran zugrunde gehen und weiss es auch. Aber: Er kämpft, ist verzweifelt, ergibt sich seinem Schicksal, will sterben, lebt in der Ambivalenz mit seinem Schatten, bezwingt ihn und überlebt letztendlich doch. Es ist ein Überleben, dass viel zu phantastisch ist, um glaubwürdig zu sein, das keiner für möglich gehalten hätte. So wie eine Spontanheilung. Es gibt sie, aber kaum jemand glaubt daran.

Ein Buch zum Nachdenken, Träumen und Glauben. Es berührt die Seele. Danke!

Viel Freude beim Lesen wünscht
Eure
Frau Inga

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P.s.: Ich versichere, dass ich diese Buchbesprechung aus eigener Motivation geschrieben habe. Ich habe das Buch bei Tauschticket [Affiliate] getauscht.

Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel, Buchcover

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

Roman

Fischer TB, 384 Seiten, ISBN: 978-3-596-15665-8
erschienen am 1. August 2004
übersetzt von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié

Auszeichnungen

  • 2013: Verfilmung von Regisseur Ang Lee, mit vier Oscars prämiert
  • 2004: Deutscher Bücherpreis, Kategorie Internationale Belletristik
  • 2002: Man Booker Prize

Bildnachweis

Thunfische im Hintergrund des Titelbildes: © skeeze by pixabay
Buchcover: © S. Fischer Verlage

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