Häkelarbeit neben einem Tablet, auf dem ein Podcast läuft.

Meine Fastenzeit mit Audiothek und Schokolade

Auf Fernsehen kann ich gut verzichten - Podcasts sind eine gute Alternative. Aber auf Schokolade verzichten? Das ist schon schwieriger. Oder doch nicht? [Werbung]*

Die Fastenzeit ist beendet. 40 Tage lang habe ich auf Süßigkeiten und Fernsehen verzichtet und mich an meine freiwillig auferlegten Beschränkungen gehalten. Doch nun darf ich beim Häkeln wieder Fernsehgucken und nach Herzenslust Süßes essen. Will ich das jetzt noch?

Im letzten Jahr habe ich täglich über das berichtet, was ich gegessen habe und wie es mir damit ging. Im Nachhinein habe ich gemerkt, wie schwer es mir fiel, den freiwilligen Verzicht aufrecht zu halten. Deshalb habe ich die diesjährige Fastenzeit im Stillen begangen. Davon möchte ich dir ein wenig erzählen.

Den allabendlichen Begleiter Fernsehen habe ich gegen die Auditohek der ARD* ausgetauscht. Das ist eine wahrhafte Fundgrube mit vielen hörenswerten Podcasts, Reportagen und Hörspielen. Allerdings war das nicht nur kurzweilig. Denn auf Berieselung wollte ich bewusst verzichten.

Audiothek statt Fernsehen

Saal 101

In der Kategorie “Doku & Reportage” habe ich das Dokumentarhörspiel “Saal 101” gefunden. ARD-Gerichtsreporter haben den NSU-Prozess im Saal 101 des Münchener Oberlandgerichts protokolliert. Aus den 6.000 Seiten, die dabei entstanden sind, ist dieses 24-teilige Hörspiel entstanden.

Atmosphärisch hoch verdichtet, ist dabei die Betroffenheit der Hinterbliebenen eindrucksvoll übermittelt worden. Obwohl ich über die NSU-Morde bereits einiges wusste, hat es mich zutiefst berührt. Ich bin noch immer fassungslos darüber, welches Gedankengut in Deutschland (schon wieder) einen festen Platz hat und wie kaltschnäuzig dafür Menschen ermordet werden.

Weil es sich thematisch gut ergänzt hat, habe ich im Anschluss einen sechsteiligen Podcast über rechten Terror in Deutschland gehört. München, Mölln, Halle, Hanau, Erfurt … Orte, die es durch schreckliche Attentate zu einer überregionalen Berühmtheit gebracht haben. Eine zweifelhafte Ehre …

Mit dem Attentat von Halle beschäftigt sich der Podcast “Das Leben danach“. Auch diesen habe ich mir angehört. Auch über den Anschlag von Hanau gibt es mehrere Reportagen. Gehört habe ich sie wohl alle. Immer war ich tief betroffen und immer wieder die Frage, warum Menschen so etwas tun. Ich meine, alle Menschen wollen dasselbe, nämlich essen, trinken, schlafen, Zugehörigkeit und Sicherheit. Dabei spielen weder die Religion noch der kulturelle Hintergrund oder die Hautfarbe eine Rolle.

Auf einem Tablet spielt ein Podcast aus der Audiothek. Daneben liegt eine Häkelarbeit.

Vom Wind verweht – die Prissy-Edition

Apropos Hautfarbe. Eine wunderbare Adaption des Klassikers “Vom Winde verweht” habe ich auch in der Mediathek entdeckt. Hier wird der Sezessionskrieg im Süden der USA aus Sicht von Scarlett O’Haras Skalvin Prissy erzählt.

Allerdings ist “Vom Wind verweht” mehr als die Erzählung einer bekannten Geschichte aus einer anderen Perspektive. An Ende jeder Episode findet ein Zeitsprung in die Gegenwart statt. Angeführt von Martin Luther Kings Zitat “If I had a dream” wird das Anliegen der Black-Lives-Matter-Bewegung aufgegriffen. Die Nachfahren von Prissy kommen hier zu Wort. Als Hörerin durfte ich die täglichen Diskriminierungen erleben, denen People of Color noch immer ausgesetzt sind.

Sicher, im Vergleich zu den Podcasts über die rechtsextremistischen Attentate ist das leichte Kost. Doch wo fängt Gewalt an, wo hört sie auf?

True Crime

Die Audiothek ist voll mit Hörspielen aller Art. Denn immer, wenn ich betroffen und kopfschüttelnd einen Podcast beendet habe, habe ich in er Audiothek gestöbert. Immer auf der Suche nach etwas Leichtem, das mich anstubst und mir zuflüstert: “Hör mich an. Du wirst dich gut unterhalten.” Fündig wurde ich nicht.

Stattdessen bin ich beim Genre True Crime hängen geblieben. Das ist im Grunde eine vertonte Form von “Aktenzeichen XY … ungelöst”, bei der einzelne Fälle in der Langversion betrachtet werden.

Im Fernsehen schaue ich mir das nie an. Die dramaturgische Aufbereitung mittels Licht, Ton und Schnitttechnik geht mir immer unter die Haut. Aber auch nur, weil ich weiß, dass es echte Verbrechen sind, die dort gezeigt werden.

Die Podcastfolgen, die ich mir angehört habe, hatten eine ganz andere Wirkung. Zwar handelt es sich immer um reale und zum Teil nicht aufgeklärte Verbrechen, doch die konnte ich mir einfach anhören. Kein Gruselgefühl, keine schlaflosen Nächte, keine Paranoia.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass die akustische Aufbereitung relativ sachlich ist. Darüber hinaus werden nicht nur die Fälle bis ins kleinste Detail dargestellt, sondern es kommen auch Polizisten, Sachverständige und Juristen zu Wort. Dabei wird nichts dramatisiert, sondern sachlich betrachtet.

Jede Folge ist in sich abgeschlossen und dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Genau das richtige Maß, um die Nachmittags-Teepause verbringen.

Etwas zum Schmunzeln habe ich dann auch noch entdeckt:

Wie die Tiere

Dieser Podcast wird von Bremen Zwei* produziert und ist sehr kurzweilig. Jede Folge dauert (leider) nur eine halbe Stunde. Dieser Podcast lädt zum Staunen, Wundern und Lachen ein. Von meinem Kater, mit dem ich viele Jahre das Zuhause geteilt habe, kann ich viele drollige Geschichten erzählen – ich glaube, dazu fallen dir auch ein paar Geschichten ein. Doch dieser Podcast toppt alles! Deshalb lege ich in dir wärmstens an Herz.

Haferflocken-Plätzchen mit Schokoladen-Überzug spiegeln sich in einer Glasscheibe.

Und die Schokolade?

Ach ja, auf die wollte ich wirklich komplett verzichten. So ganz geklappt hat das nicht. Oder besser gesagt, es gab Tage, an denen ich mir abends ein Stück Schokolade gegönnt habe. Wirklich nur ein Stück! (Fragt ja keiner, wie groß das war …)

Spaß beiseite. Es war wirklich nur ein Stück. Denn ich habe konsequent auf Milchschokolade verzichtet. Die verführt mich nämlich immer zum Wegfuttern. Eine Tafel ist da in null Komma nichts aufgegessen. Das wollte ich in dieser Fastenzeit ändern.

Deshalb bin ich auf hochprozentige Schokolade umgestiegen. Unter 60 % kam mir da nichts ins Haus. Bei der Wahl der Sorten habe ich Wert auf bio, Fair Trade und wenn möglich Tree-to-bar gelegt.

Das hat seinen Preis. Als 50 g-Tafeln sind die durchaus bezahlbar, wenn auch noch um einiges teurer als die handelsübliche Milchschokolade, die ich sonst konsumiere. Oder um es anders auszudrücken, eine 50 g-Tafel kostet so viel wie zwei 100 g-Tafeln Vollmilchschokolade.

Sowieso ist das Geschmackserlebnis bei dieser Schokolade vielfältiger und intensiver. Statt der üblichen 50 % Zucker ist hier weitaus weniger Zucker drin, wenn überhaupt. Denn je höher der Kakaoanteil, desto weniger Zucker ist enthalten.

Auch Zutaten wie Sojalecithin, Vanillin und Emulgatoren fehlen. Diese Schokolade enthält tatsächlich nur Kakaomasse, Kakaobutter, Milchpulver und Rohrzucker.

Dafür entfalten die unterschiedlichen Kakaosorten abwechslungsreiche Aromen. Je nach Anbaugebiet der Kakaosorte ist die Schokolade milder oder herber im Geschmack. Hier bin ich noch am entdecken. Bisher konnte ich mich noch nicht auf eine Sorte festlegen.

Interessiert dich Kakao? Dann lies “Schokoladenrebellen” von Holger in’t Veld. Durch dieses Buch bin ich auf die Vielfalt von Schokolade aufmerksam geworden.

Zum Schluss verrate ich dir noch, dass ich vor zwei Wochen Kekse mit Schokoladen-Überzug gebacken habe. Das habe ich allerdings nur gemacht, weil ich jemanden eine Freude bereiten wollte. Davon habe ich hin und wieder ein, zwei Stück gegessen, ansonsten aber an einem kühlen Ort verwahrt, damit sie bis Ostern frisch bleiben.

Und wie geht es weiter?

Eine gute Frage. Im Moment bin ich sehr motiviert, so weiter zu machen wie in den letzten 40 Tagen. Also, in der Audiothek Podcasts und Hörspiele anhören und weiterhin nur hochprozentige Schokolade essen. Aus Erfahrung aber weiß ich, dass sich der alte Stremel irgendwann wieder einschleicht. Ich hoffe, dass das möglichst lange dauert.

Wenn ich aber merke, dass ich vollkommen im alten Trott gefangen bin, dann kann ich diesen Beitrag noch einmal lesen. Vielleicht habe ich das genau deshalb aufgeschrieben. Wer weiß?

Ich wünsche dir frohe Ostertage.

Herzlichst
Frau Inga

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