Glück zu(m) verschenken – Glücksbohnen

Ochtum im WinterNeulich machte ich mit meiner Freundin Beate einen Spaziergang an der Ochtum. Gegen die Kälte schützten uns warme Jacken, Schal und Handschuhe. Dennoch waren wir nach einer Stunde so durchgefroren, dass wir uns dringend aufwärmen mussten. Nachdem uns Tee und Kuchen serviert worden waren, sah ich, dass Beate etwas von einer Hosentasche in die andere tat. Aufgefallen war mir das auch früher schon, doch diesmal fragte ich sie danach. Sie erzählte mir, dass sie jeden Morgen zwölf Bohnen in die rechte Hosentasche stecken würde. Hätte sie während des Tages ein schönes Erlebnis, nahm sie eine Bohne und tat sie in die linke.

Weiße Bohnen schauen aus der Tasche einer Jeans herausWas denn für sie ein bohnenwertes Ereignis sei, wollte ich wissen. Sie überlegte nicht lange und machte mich auf die zuvorkommende Bedienung aufmerksam, die uns den Tee gebracht hatte.
„Ist dir aufgefallen“, fragte sie mich, „wie geduldig, sie all deine Fragen nach dem Tee beantwortet hatte?“
„Stimmt, sie war sehr zuvorkommend. So etwas erlebe ich nicht all zu oft. Hier fühle ich mich wirklich als Gast.“
„Genau solche Erlebnisse bringen meine Bohnen zum Wandern.“
Und dann fasst sie in ihre linke Hosentasche und holte sechs Glücksbohnen heraus.

„Sechs Bohnen!“, stellt ich staunend fest. Immerhin war es gerade mal drei Uhr. „Wofür waren die denn?“
„Okay, ich zähle es dir. Die erste Bohne war für deinen Anruf und die Einladung zu einem Spaziergang.
Sonnenreflexe auf der OchtumDanach bekam ich die Nachricht, dass ein lieber Freund endlich seinen Traumjob bekommen hat. Ich freute mich so sehr für ihn, dass das eine weitere Bohne wert war.
Kurz bevor ich zu unserem Spaziergang aufbrechen wollte, klingelte meine Nachbarin und brachte mir selbst gebackene Kekse vorbei, weil ich ihr immer die Zeitung vor die Tür lege.
Als wir dann draußen waren, verteilte die Sonne Tausende von Strasssteinen auf dem Wasser. Nach all den trüb-grauen Tagen habe ich das Lichtspiel auf dem Wasser als wahre Freude empfunden.
Die fünfte Bohne ist dafür, dass es hier Mohn-Schmandkuchen gibt – du weißt, wie gerne ich den esse und wie selten der in Cafés angeboten wird.
Und die sechste ist natürlich für unsere Bedienung.“

Danach griff sie in ihre rechte Hosentasche und legte noch eine weitere Bohne dazu. „Und diese hier ist dafür, dass du die Geschichte von meinem Glücksbohnen hören wolltest.“ Während sie das sagte, breitete sich ein glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht aus.
„Wow, du freust dich über Dinge, die ich als selbstverständlich ansehe. Das beeindruckt mich sehr.“
„Weißt du, das Leben ist viel zu kurz, um es so an sich vorbeirauschen zulassen. Nichts ist selbstverständlich und deshalb verdient es jede Kleinigkeit, gewürdigt zu werden.“

Weiter erzählte sie dann noch, dass sie abends vor dem Schlafengehen ihre Glücksbohnen zählen und dabei an die einzelnen Situationen denken würde. Ich bin mir sicher, dass sie an diesem Abend mit einem glücklichen Lächeln eingeschlafen ist.

Beates Glücksbohnen zum Verschenken

Ein Organzasäckchen und weiße Bohnen liegen auf einem bedruckten Blatt PapierDas Ritual, mit dem Beate jeden Tag auf ihre Weise feiert, empfehle ich zur Nachahmung. Und es ist auch eine schöne Geschenkidee: Dafür braucht ihr nichts anderes als getrocknete, weiße Bohnen, die ihr in ein Stoffsäckchen oder eine kleine Schachtel legt und eine Geschichte, die das Ritual erklärt. Bohnen und Stoffsäckchen könnt ihr überall kaufen und Beates Geschichte könnt ihr hier als pdf-Datei* herunterladen.

 

Viele Glück wünscht Euch

Eure
Frau Inga

*) Die Geschichte „Beate und die Glücksbohnen“ ist im Format 12 x 21 cm gestaltet. Zum Ansehen und Ausdrucken benötigt ihr den Adobe Reader, den ihr hier herunterladen und installieren könnt.
Bitte beachtet, dass die Geschichte „Beate und die Glücksbohnen“ urheberrechtlich geschützt ist. Die Benutzung erlaube ich nur für private Zwecke. Der Text darf nur mit meiner schriftlichen Genehmigung reproduziert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Die Copyright-Kennzeichnung („© www.IngaLandwehr.de, 2018“) darf nicht entfernt werden. Verstöße gegen das Urheberrecht sind strafbar und werden juristisch verfolgt.
© Inga Landwehr, Bremen, 28.2.2018

Hat dir die Geschichte von Beate und den Glücksbohnen gefallen?

Dann spendiere mir eine Tasse Tee. Frau Inga sagt: Herzlichen Dank!

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